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Inhalt der einzelnen Vorträge

Informationen

Sprache ist verschieden!

Sprache ist verschieden!

Was kann man mit Sprache erreichen?
Was teilen wir mit Sprache mit?
Wie funktioniert Sprache genau?

Darüber erzählt Frau Bettina Bock.

Sie gibt Einblicke in die verschiedenen Arten des Sprachgebrauchs.
Warum gibt es unterschiedliche Arten von Sprache? Wie haben sie sich entwickelt?

Zum Beispiel die Sprache der Wissenschaft:

Hier sind lange, komplexe Sätze und viele Fachwörter üblich. Statt einfachen „Tun-Wörtern“ werden Hauptwörter verwendet, um eine Handlung auszudrücken. Ein Beispiel gefällig
„Der Schmelzvorgang erfolgt…“ statt „Das Eis schmilzt“.

Informationen werden sehr dicht präsentiert; meist sind sie für eher wenige Leserinnen und Leser verständlich.

Ganz anders sieht ein Brief an die Großmutter oder eine Kommunikation in einem Chat aus: Die Sprache ist insgesamt einfacher. Man schreibt für ganz bestimmte Personen. Daher kann man Wörter benutzen, die nur diese bestimmten Personen verstehen. Tippfehler oder Rechtschreibfehler sind nicht so schlimm – ganz anders als bei einem Buch, einer Broschüre oder einer anderen Publikation.

Warum ist Sprache so verschieden?

Weil sie verschiedene Funktionen erfüllt:

Die Sprache der Wissenschaft ist komplex und ganz und gar nicht einfach: Sie muss ja auch komplizierte Inhalte ganz genau und korrekt ausdrücken.

Beim Brief oder beim Chat ist das nicht so wichtig. Hier erfüllt die Sprache vor allem den Zweck, Kontakt zu anderen Personen herzustellen oder zu halten.

Und manchmal verändert ein Satz sogar „die Welt“ – zumindest für die betroffenen Personen: Mit einem entscheidenden Satz im Standesamt oder in der Kirche wird die Ehe geschlossen.

In Bedienungsanleitungen muss Sprache klar, eindeutig und leicht verständlich sein. Was mit Sprache nicht so gut erklärt werden kann, wird mit Bildern ausgedrückt.

Bei einem Gedicht ist die Sprache wieder ganz anders – sie muss hier nicht so klar sein, manche Leser beschäftigen sich auch gern länger damit.

Belletristik ist überhaupt ein Sonderfall – in Romanen oder Erzählungen überwiegt die künstlerische Freiheit in der Sprache.

Eine wichtige Funktion der Sprache ist es, zu vermitteln.
Zum Beispiel Informationen oder Erklärungen.

Bei der barrierefreien Kommunikation und der Leichten Sprache hat die Vermittlungsfunktion besondere Bedeutung. Hier einige Beispiele:

  • Informationsbroschüren zu Gesetzen
  • Erläuterungen zu Formularen
  • Populärwissenschaftliche Zeitschriften
  • Lehrbücher
  • Informationsbroschüren beim Arzt oder bei der Ärztin

Leichte Sprache ist daher nichts Besonderes – oder sollte es zumindest nicht sein.

Damit leichte Sprache gesellschaftlich akzeptiert wird, ist eines besonders wichtig:
Leichte Sprache darf nicht als Sonderlösung für benachteiligte Gruppen wahrgenommen werden.

Wie können wir echte Partizipation erreichen?
Was ist nötig, damit tatsächlich alle Personengruppen an sämtlichen Informationen teilhaben können?

Texte müssen allgemein so gestaltet sein, dass sie nicht unabsichtlich abwertende Nebeninformationen ausdrücken.

Die Öffentlichkeit muss sich bewusst machen, dass es nicht nur eine Form von gutem Deutsch gibt. Nicht überall ist das „gute Deutsch“ die beste Lösung.

Sprache ist verschieden!

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Kann die »Leichte Sprache« der Bildsamkeit junger Menschen gerecht werden?
Reisen ohne Einschränkungen: Die ÖBB machen Informationen barrierefrei.

Reisen ohne Einschränkungen:
Die ÖBB machen Informationen barrierefrei.

Christian Schwarzl

Alle sollen bequem mit der Bahn reisen können.
Sehr viele Menschen in Österreich haben manchmal oder immer
verschiedene Einschränkungen.
Zum Beispiel:

  • körperliche Einschränkungen
  • Lernschwierigkeiten
  • eine Sehbehinderung oder eine Hörbehinderung

Diese Menschen brauchen barrierefreie Reisemöglichkeiten.

Die ÖBB haben in den letzten Jahren schon viel
für barrierefreies Reisen getan.
Wir wollen die Barrierefreiheit auch in Zukunft verbessern:

  • auf den Bahnhöfen
  • in den Zügen
  • auf unserer Internetseite
  • beim Ticketkauf

Barrierefreiheit heißt nicht nur,
dass sich unsere Fahrgäste ohne Hindernisse fortbewegen können.
Auch unsere Informationen sollen für alle verständlich sein.
Menschen mit Lernschwierigkeiten haben oft Probleme
mit schwieriger Sprache.
Sie können daher nicht alle Informationen verstehen,
die für sie wichtig sind.

Auf unserer Internetseite gibt es deshalb
Informationen in „Leichter Sprache“.
Unter der Überschrift „ÖBB Reiseportal“
gibt es den Punkt „Leichter Lesen“.
Hier ist alles in „Leichter Sprache“ erklärt.
Zum Beispiel:

  • der Fahrplan
  • der Ticketkauf

Bei der Deutschen Bahn und bei den Schweizer Bundesbahnen
gibt es das schon länger.
Sie waren unsere Vorbilder.

Außerdem gibt es im ÖBB Kundenservice
eine eigene Abteilung für Barrierefreiheit.
Dort werden alle Fragen zu diesem Thema beantwortet.

Barrierefreiheit ist nicht nur hilfreich für Menschen mit Einschränkungen.
Sie macht das Reisen für alle Menschen einfacher:
Zum Beispiel:

  • für ältere Menschen, die nicht mehr so gut gehen können
  • für Menschen mit einem Kinderwagen oder mit einem schweren Koffer
  • Für Menschen, die nicht gut Deutsch sprechen,
    sind Informationen in Leichter Sprache hilfreich.

Ohne Barrieren können alle Fahrgäste bequemer reisen.

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Klient, Kunde, König?

Menschen, die soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen, werden zunehmend „Kunden“ genannt. Aber werden sie deswegen auch wie „Könige“ behandelt?

Andreas Schaarschuch

Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrtausends wuchs der Kostendruck auf die öffentlichen Stellen. Und so begann die Suche nach Sparpotentialen und Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern. Diese Bestrebungen wirkten vor allem nach außen: Aus Kommunalverwaltungen wurden Dienstleistungsunternehmen, aus Klienten Kunden, soziale Arbeit wurde Kundendienst. Durch die Hintertür drang somit aber auch eine neue Sicht auf diejenigen, die soziale Arbeit in Anspruch nehmen. Menschen, die in Wohnheimen lebten oder in betreuten Werkstätten arbeiteten, wurden als Kundinnen und Kunden bezeichnet. Aber waren sie auch Königinnen und Könige? Diese Machtposition hatte bislang die sozialarbeitende Institution inne.

Dienstleistung als positive Veränderung

Doch auch in der Theorie der Sozialforschung wird jetzt denjenigen, die eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, eine zunehmend wichtige und vor allem aktive Rolle zugesprochen.

Andreas Schaarschuch beschäftigt sich schon seit Jahren mit der sozialen Arbeit als Dienstleistung. Der Professor für Sozialpädagogik an der Universität Wuppertal hebt immer wieder die aktive Rolle der Kundinnen und Kunden im sozialen Dienstleistungsprozess hervor.

Aus Konsument wird Produzent

Bislang wurden in der Sozialforschung die Dienstleistenden als Produzenten und die Kundinnen und Kunden als Konsumierende einer sozialen Dienstleistung betrachtet. Schaarschuch dreht das Modell um: Es sind die Nutzerinnen und Nutzer selbst, die die Aneignung von Verhalten, Wissen, Gesundheit oder sozialen Beziehungen an sich selbst vollziehen, sie also aktiv produzieren. Die positive Veränderung an sich selbst ist der eigentlich Kern der Dienstleistung, die durch die Tätigkeit einer anderen Person vermittelt wird. Ein Beispiel: eine Frau geht zum Friseur, weil sie Lust auf ein neues Styling und ein neues Lebensgefühl hat. Das Ziel der Dienstleistung ist folglich das neue Lebensgefühl, der Friseur ist dabei das professionelle Mittel zum Zweck. Wer beurteilt nun, ob das Ziel der Dienstleistung erfüllt wurde? Es ist die Kundin, denn das neue Lebensgefühlt hat sie, nicht der Friseur. Der Friseur oder der Hersteller des Färbemittels sind „nur“ professionelle Lieferanten dieser Dienstleistung.

Basierend auf diesem theoretischen Fundament erscheint es somit zwingender denn je, die Qualität von sozialen Dienstleistungen bei denjenigen abzufragen, die sie an sich selbst erbringen: bei den Nutzerinnen und Nutzern.

Konsumenten-Rechte

Hintergrund-Information im Leicht-Lesen-Format

Ein Konsument ist jemand, der etwas kauft,
zum Beispiel ein Handy
oder auch eine Wohnung.
Es kann auch eine Dienstleistung sein.
Zum Beispiel Haareschneiden beim Friseur
oder die Betreuung in einem Wohnheim.

Jeder Konsument hat Rechte.
diese Rechte heißen Konsumenten-Rechte.
Die drei wichtigsten Konsumenten-Rechte
erklärt man meistens mit englischen Begriffen:

  1. Voice heißt auf Englisch: Stimme.
    Man spricht es so aus: Weuss.
    Voice bedeutet:
    Ein Konsument hat das Recht zu sagen,
    ob er ein Produkt oder eine Dienstleistung
    gut oder schlecht findet.
    Dass bedeutet auch:
    Seine Meinung ist wichtig.
  2. Choice heißt auf Englisch: Wahl.
    man spricht es so aus: Tscheuss.
    Choice bedeutet:
    Ein Konsument hat das Recht,
    zwischen mehreren Produkten oder
    Dienstleistungen auswählen zu können.
  3. Exit heißt auf Englisch: Ausgang
    Man spricht es so aus: Exit.
    Exit bedeutet: Ein Konsument hat das Recht,
    sich für eine andere Dienstleistung
    oder einen anderen Anbieter
    zu entscheiden.

Zum Beispiel kann er aus dem Vertrag
mit einem Vermieter
oder einem Handy-Anbieter
auch wieder aussteigen.

Wenn Kundinnen und Kunden nicht sprechen können

Wenn Kundinnen und Kunden nicht sprechen können

Mag. Robert Winklehner

In diesem Vortrag geht es darum, wie sich Menschen miteinander verständigen. Das nennt man Kommunikation. Kommunizieren heißt, anderen Menschen etwas mitteilen. Kommunizieren kann man mit und ohne Sprache. Im 1. Teil des Vortrags werden 3 Dinge behauptet:

  • Wenn wir sprechen, glauben wir, dass alle verstehen, was wir meinen.
  • Wenn man zusammen lebt, muss man kommunizieren.
  • Man kann sich auch verständigen, wenn jemand nicht spricht.

Dann werden in dem Vortrag 2 Beispiele gezeigt.

Dann geht es um die 1. Behauptung: Wenn wir sprechen, glauben wir, dass alle verstehen, was wir meinen.

Viele Menschen können gut reden und reden sehr viel. Sie können auch gut zuhören. Meistens glauben sie dann, dass sie alles verstanden haben. Diese Menschen glauben, dass man auf diese Art gut kommunizieren kann. Sie verständigen sich am liebsten mit vielen Wörtern. Aber eigentlich ist es recht schwierig, sich durch Sprache zu verständigen. Wissenschaftler beschäftigen sich schon lange mit diesem Thema. Dazu gibt es im Vortrag 3 Beispiele:

  • Das „klassische“ Kommunikationsmodell
  • Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun
  • Eine Abbildung: Auf der Abbildung kann man sehen, dass die Sprache in der Kommunikation gar nicht sehr wichtig ist.

Die Beispiele zeigen: Auch Menschen, die gut reden und gut zuhören können, verstehen vieles nicht. Das merkt man, wenn man mit jemandem zu tun hat, der nicht spricht.

Dann geht es um die 2. Behauptung: Wenn man zusammen lebt, muss man kommunizieren.

Wir leben mit vielen anderen Menschen zusammen. Das heißt, wir leben in einer Gesellschaft. Damit das funktioniert, müssen wir Dinge absprechen können. Das beste Beispiel dafür ist die Uhrzeit. Die Uhrzeit ist auch eine Art von Sprache. Überall auf der Welt fliegen Flugzeuge und fahren Züge. Das geht nur, weil sich alle an die Sprache der Uhrzeit halten. Wir leben und lernen von Geburt an mit anderen Menschen. Wir brauchen andere Menschen zum Leben. Wir lernen auch von anderen Menschen. Dazu müssen wir uns verständigen können. Egal wie. Wenn eine andere Person da ist, kommunizieren wir immer. Wenn wir nicht sprechen, dann teilen wir der anderen Person durch unsere Körpersprache etwas mit.

Dann geht es um die 3. Behauptung: Man kann sich auch verständigen, wenn jemand nicht spricht.

Jeder Mensch hat seine ganz eigene Art, sich zu verständigen. Beim Sprechen wird darauf nicht sehr geachtet. Wenn jemand nicht spricht, ist das viel wichtiger. Wie verständigen wir uns mit Personen, die nicht oder kaum sprechen? In unserer Arbeit ist es ganz wichtig, dass wir uns mit Menschen verständigen. Manche davon sprechen nicht oder nur ganz wenig. Bei diesen Menschen achten wir darauf, was sie aus ihrem Leben kennen:

  • Was hat er oder sie schon erlebt?
  • Mit welchen Körperbewegungen kann er oder sie sich verständigen?
  • Welche Bilder kennt er oder sie?

Es ist nicht wichtig, was jemand kann oder nicht kann. Es ist nur wichtig, dass wir uns verstehen. Wir verständigen uns oft mit Wörtern und Schrift. Manchmal auch mit Zeichnungen, zum Beispiel: Ein Fahrrad, das auf die Straße gemalt ist, bedeutet „Radweg“. Das ist sehr praktisch. Aber manche Menschen können die Wörter und Zeichnungen nicht verstehen. Darum verwenden wir ganz persönliche Mittel. Wir arbeiten mit Fotos. Auf den Fotos sind vertraute Personen und Dinge. Vertraute Personen und Dinge lösen Gefühle aus. Das hilft bei der Verständigung. Es ist auch sehr wichtig, wie der Raum aussieht, in dem wir uns treffen. Es ist auch wichtig, welche Personen dabei sind. Dann kommen 2 Beispiele aus der Arbeit mit Personen, die nicht oder kaum sprechen.

  • Im 1. Beispiel geht es darum, welche Ziele die Personen haben. Auch ohne Reden oder fast ohne Reden können wir uns verständigen.
  • Das 2. Beispiel zeigt eine Brandschutz-Übung mit Menschen, die sehr viel Unterstützung brauchen. Diese Menschen verstehen viel nur über das Tun und über Bilder. Wir üben für den Fall eines Brandes, ohne dass es brennt.

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Plan und Wirklichkeit
Präventive Menschenrechtskontrolle durch die Volksanwaltschaft

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